Vorarlberg vor der Steiermark wurde in der Laenderwertung Sieger...
07.09.2009
Ein Tischlerfest zum Jubiläum

Trotz geöffneter Himmelsschleusen fiel die Präsentation der Wettbewerbsteilnehmer nicht ins Wasser, denn Gasthäuser, Restaurants und Geschäftsleute öffneten in bester Tiroler Nachbarschaftshilfe einfach ihre Veranden, Fenster und Türen oder spannten ihre Sonnenmarkiesen als Regenschutz auf, sodass alle Festgäste die Vorstellung der Wettbewerbsteilnemer trockenen Fußes miterleben konnten. Einzig alle Fotografen und vor allem die tapferen Musiker, die extra für den Empfang die Hymnen aller neun Bundesländer perfekt einstudiert hatten, wurden patschnass.
Auch der gemütliche Abend in einer wunderschönen Almhütte auf dem Hopfgartner Hausberg, der Hohen Salve, war von Neptuns Wirken geprägt. Während die Auffahrt auf die Hohe Salve bequem und regengeschützt in den modern gestylten Gondeln der Salvenbergbahn erfolgte, hatte Orgnisationsgenie Bezirks-Innungsmeister Josef Decker perfekt für einen Taxikonvoi zum Berghaus gesorgt, wo die Besucher mit besten Tiroler Schmankerln verwöhnt wurden. Nach erstklassigem Essen, ein paar Glaserln Bier und Wein sowie einigen Stamperln Schnaps eroberten unsere Tischler das Tanzparkett, wobei intensiver interkultureller Austausch zwischen Ost und West sowie Land und Stadt angesagt war. Ein absolut schöner und gelungener Abend, dessen einziger Wermuttropfen die unwetterbedingt fehlende Sicht auf die herrliche Bergwelt ringsum war.
Ein Hoch den Jungmeistern
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Bundeslehrlingswettbewerbs hatte die Tiroler Innung die feierliche Übergabe der Meisterbriefe mit einer bemerkenswerten Schau der Meisterücke kurzerhand in die Salvena nach Hopfgarten verlegt.
Josef Decker, der Vorsitzende der Meisterprüfungskomission, setzte sich in seiner Festansprache mit Image und Stellung des Meisters in der Gemeinschaft auseinander. Ein Meister sollte Handschlagsqualität haben und auf dieser Grundlage im öffentlichen Leben und in der Gemeinde entsprechende Positionen einnehmen und sich in der Nachwuchsförderung engagieren.
Innungsmeister Georg Steixner lud die Jungmeister zu einem kurzen Innehalten und Rückblick ein, um herauszufinden, was jeder Einzelne seinem Elternhaus, der Schule, dem Betrieb und auch der Meisterausbildung verdanke und von dort für das Leben mitgenommen habe. Meister zu werden bedeute, einen wichtigen Status in Wirtschaft und Gesellschaft erreicht zu haben. Die Position des Meisters bedeute, Probleme und Schwierigkeiten anpacken und die Zukunft bewältigen zu können.
Tirols Landesinnungsmeister schloss mit den Worten: „Den Erfolg, den ihr euch wünscht, den erhoffen wir für Euch.“
Schöner Wettbewerb
Beste Voraussetzungen fanden die Wettebewerbsteilnehmer für ihre Arbeit in der hypermodernen Sporthalle der Hauptschule Hopfgarten. Hautnah konnten die Besucher Spannung und Leistungsbereitschaft der jungen Menschen an Hobelbank und Computer miterleben. Bundeslehrlingswart Alois Kitzberger und ÂTirols Landeslehrlingswart Markus Decker hatten mit ihren Teams ganze Arbeit geleistet und die Sporthalle eigens für den Wettbewerb mit einem widerstandsfähigen roten Teppichboden ausgestattet.
Während das erste Lehrjahr einen Spiegelrahmen zu fertigen hatte, versuchte sich das zweite Lehrjahr erfolgreich an einer Telefonkonsole, und im dritten Lehrjahr war ein Blumentisch herzustellen. Miteinander ergaben die drei Stücke einen praktischen Frisiertisch. In der Tischlereitechnik hatten die Planer eine Esszimmeranrichte mit Oberschrank am Computer zu entwickeln. Die produzierenden Tischlereitechniker hatten indes von einem vorgegebenen Plan Details wie Seitenteile, Türen und Boden samt Fräsungen in den Seitenteilen in CNC zu programmieren.
Bemerkenswert nach dem Bewerb der O-Ton der Preisrichter: „Die Arbeiten hatten heuer ein durchaus höheres Niveau als vor einigen Jahren.“ Nach Stunden höchster Konzentration und Anspannung ging es für die Lehrlinge am Nachmittag zum Hopfgartner Schießstand, wo sie ihre Zielgenauigkeit überzeugend unter Beweis stellten. Im Anschluss daran waren bei einer Tombola schöne Preise, von der Zulieferindustrie gestiftet, zu gewinnen.
Ein echtes Tischlerfest
Währenddessen waren die zahlreichen Gäste des Wettbewerbs ins Museum Tiroler Bauernhöfe nach Kramsach aufgebrochen und bekamen dort einen beeindruckenden Bick in die jahrhundertealte Tiroler Volkskultur. Überaus festlich mit alten Tiroler Trachten und Standschützen und bereits knisternder Spannung bei Wettbewerbsteilnehmern und Zaungästen begann der Festabend mit feierlicher Siegerehrung mit einem Empfang vor der Salvena.
Dazu war nicht nur eine fesche Dirndlabordnung mit Carin Breiter und Maria Steixner an der Spitze, die Bundesmusik Hopfgarten samt Maketenderinnen und Feuerwehr, sondern auch eine Abordnung Tiroler Schützen angetreten, die zum festlichen Anlass einen kräftigen Salut schossen.
„Obwohl die Mehrheit der Tischlerbetriebe lediglich in einem Radius bis 100 km ihr Handwerk ausübt, stehen wir dennoch indirekt in einem globalen Wettbewerb. Durch die zunehmende Konzentration und Vernetzung auf europäischer Ebene unseres stärksten Mitbewerbers – dem Möbelhandel – sind auch wir von der globalen Wirtschaft erfasst. Diese Entwicklung erfordert von unseren Betrieben, aber auch von unseren Mitarbeitern Schlüsselqualifikationen, um künftig erfolgreich am Markt bestehen zu können. Diese Qualifikationen sind unter anderem die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln und weiterzubilden, Einsatzbereitschaft im Beruf, Flexibilität und eine gute Basisausbildung“, betonte Breiter, Bundesinnungsmeister der Tischler, anlässlich der Siegerehrung zum 50. Bundeslehrlingswettbewerb im Veranstaltungszentrum Salvena.
In seiner Ansprache bestätigte Breiter den Lehrlingen, diese Schlüsselqualifikationen zu besitzen, und appellierte – sei es als hervorragender Facharbeiter, Meister oder selbstständiger Unternehmer –, den erfolgreichen Weg auch in Zukunft fortzusetzen.
Im Rahmen der Preisverleihung informierte Bundeslehrlingswart Alois Kitzberger über das Engagement und die Kompetenz der Wettbewerbsteilnehmer.
Die Tischlerlehrlinge aus Vorarlberg waren in Tirol nicht zu schlagen. Sie gewannen die Länderwertung mit 19.859 Punkten vor ihren Kollegen aus der Steiermark mit 19.810 Punkten und der Mannschaft aus Tirol, die 19.653 Punkte erreichte.
Im ersten Lehrjahr gewann Johannes Payerhofer aus der Steiermark (Lehrbetrieb: Siegmund Spandl) vor Christoph Holzer (Lehrbetrieb: Martin Gollner) aus Tirol und Johannes Krenn (Lehrbetrieb: Albert Schneider) aus Vorarlberg.
Im zweiten Lehrjahr ging der Sieg nach Vorarlberg: Es gewann Martin Meyer (Lehrbetrieb: Albert Hartmann), Roman Dienbauer (Lehrbetrieb: Komm.R Johann Ostermann) aus Niederösterreich wurde Zweiter und Matthias Fellner (Lehrbetrieb: Mathias Fellner) aus der Steiermark wurde Dritter.
Die Goldmedaille im dritten Lehrjahr gewann David Gstöttner (Lehrbetrieb: Johann Dachs) aus Oberösterreich vor Patrik Perle (Lehrbetrieb: Hase & Kramer Möbelwerkstätte GmbH) aus VorÂarlberg und Hannes Horngacher (Lehrbetrieb: Alois Hecher) aus Tirol.
Die höchste Punktezahl im ersten Wettbewerb Tischlereitechnik/Produktion erzielte Thomas Kaisergruber aus Niederösterreich (Lehrbetrieb: Fürt Möbel GmbH) vor Christoph Tobisch aus der Steiermark (Lehrbetrieb: Möbelwerkstätte Hutter GmbH & Co KG) und Bernhard Maierhofer aus Oberösterreich (Lehrbetrieb: Jeld-Wen Türen GmbH). Im Wettbewerb/Bereich Planung konnte sich Harald Freistätter aus Niederösterreich (Lehrbetrieb: Möbelwerk Svoboda GmbH & Co KG) gegenüber seinen weiblichen und männlichen Mitbewerbern durchsetzen und den Bewerb für sich entscheiden.
Ihm folgten auf den weiteren Plätzen Bernhard Schatzlmair aus Oberösterreich (Lehrbetrieb: Kitzberger Tischlerei u. Design) und Viktoria Maier aus der Steiermark (Lehrbetrieb: Joh. Safner Möbelwerkstätte GmbH ).
Neben zahlreichen Geschenken warteten auf die Sieger des Bundeslehrlingswettbewerbs wurderschöne, aus Holz und Kristallen von WIFI-Tischlerwerkstättenleiter Josef Sailer kunstvoll gestaltete Pokale, die ihre Besitzer auch noch in kommenden Generationen erfreuen werden.
Somit wurde der 50. Jubiläums-Bundeslehrlingswettbewerb in Hopfgarten ein einmaliges Tischlerfest, das von herzlicher und aufrichtiger Tiroler Gastfreundschaft geprägt war.
Neben bester Organisation durch Bundesinnung und Landesinnung Tirol gebührt ganz besonderer Dank und Anerkennung Kitzbühls einzigartigem Bezirksinnungsmeister Josef Decker.

TISCHLER JOURNAL
AUSSCHREIBUNGEN DER WOCHE
|
Finden Sie neue Ausschreibungen für Ihre Branche! [mehr lesen]
|
Werbung
Werbung


Drucken
Empfehlen
Kommentieren
Share
Kommentar schreiben



