Modell einer Hilfestellung für KMUs bei der CE-Kennzeichnung von...
07.09.2009
F&T Modulsystem

Mit den Anforderungen der EN 14351-1 führt dies für kleinere und mittlere Betriebe zu einem großen finanziellen Aufwand. Die Tischlerservice GmbH, ein Tochterunternehmen der Bundesinnung der Tischler, bietet durch das F&T Modulsystem eine Lösung für dieses Problem. Die Hilfestellung erfolgt durch die Übernahme von Ersttypenprüfungen und durch Unterstützung ihrer Lizenznehmer bei der Einführung der CE-Kennzeichnung.
Nutzen des F&T Modulsystems
Mit dem F&T Modulsystem werden den Lizenznehmern eine Reihe von Hilfsmitteln zur einfachen CE-Kennzeichnung, entsprechend dem derzeitigen Stand der baurechtlichen Anforderungen der einzelnen Bundesländer, zur Verfügung gestellt.
Das System ist modular aufgebaut und besteht aus einem verpflichÂtenden Grundmodul und mehreren optionalen Hauptmodulen.
Grundmodul
Im Grundmodul befinden sich alle Hilfsmittel zur Umsetzung der notwendigen Abläufe und Dokumentationsvorgaben sowie die geforderten Nachweise zur Deklaration der mandatierten Eigenschaften entsprechend der ÖE-Liste Nr. 4. Konkret beinhaltet das Grundmodul: Prüf- und Leistungsnachweise aller mandatierten Eigenschaften entsprechend österreichischem Baurecht durch Ersttypenprüfungen der einzelnen Konstruktionsfamilien Mehrscheibenisolierglasfenster (IV 68, IV 73, IV 80), Kastenfenster (nach innen bzw. nach außen öffnend), Parallel-Schiebe-Kipp- bzw. Hebeschiebe-Elemente und Außentüren, welche durch die Tischlerservice GmbH beauftragt und von notifizierten Prüfstellen durchgeführt wurden.
Die Prüfnachweise für die Konstruktionsfamilien umfassen neben ein- und zweiflügeligen Elementen auch zusammengesetzte Elemente. Diese Ersttypenprüfungen (ITT) beinhalten folgende Leistungsnachweise: Berechnung zum Wärmedurchgangskoeffizient (gem. EN ISO 10077-1 und -2), Nachweise für Schallschutz (gem. Tabellenverfahren EN 14353-1 bzw. EN ISO 140-3 und EN ISO 717-1), Schlagregendichtheit (gem. EN 12208 bzw. EN 1027), Windwiderstandsfähigkeit (gem. EN 12210 bzw. EN 12211), Luftdurchlässigkeit (gem. EN 12207 bzw. EN 1026), Tragvermögen von Sicherheitsvorrichtungen, gefährliche Substanzen, Stoßfestigkeit (nur bei Glastüren mit Verletzungsgefahr) (gem. EN 13049). Prüfnachweise zur richtigen Deklaration bei Fensterläden gemäß EN 13649.
Beispiele, Vorschläge und Vorlagen für: werkseigene Produktionskontrolle (WPK), Erstellung der Konformitätserklärung, CE-Kennzeichnung, Montage, Bedienung und Wartung – „Kunden-Handbuch“. Eine eintägige verpflichtende Einschulung der Lizenznehmer.
Hauptmodule
Zusätzlich zur bereits mit dem Grundmodul durchführbaren CE-Kennzeichnung besteht für die einzelnen Firmen die Möglichkeit, ein individuelles Prüfzeugnis zu erwerben. Dazu wurden die Hauptmodule den vorgenannten Konstruktionsfamilien entsprechend (z. B. Mehrscheibenisolierglas-Fenster) strukturiert. Nach Bereitstellung eines Prüfkörpers und erfolgter Prüfung bei einer notifizierten Prüfstelle erhält der Lizenznehmer einen auf seine Firma lautenden Leistungsnachweis für seine konkrete Konstruktion.
Bei Einhaltung definierter Leistungsniveaus wird ihm darüber hinaus der Zugang zu bereits geprüften innovativen Konstruktionen (z. B.: Schalldämmwerte bis Rw-48 dB usw.) und deren Prüfnachweisen im jeweiligen Hauptmodul eröffnet. Diese Konstruktionen sind zum identen Nachbau freigegeben.
Für die Konstruktionsfamilien „Mehrscheibenisolierglas-Fenster“ und „Kastenfenster“ wurden neben den Prüfanforderungen der EN 14351-1 auch die Forderungen der ÖNORM B 5300 bzw. bei Außentüren jene der ÖNORM B 5339 umgesetzt. Somit können auch Teile der besonderen Anforderungen, wie z. B. Dauerfunktion, nachgewiesen werden.
Datengrundlagen
Das System wurde mit der Holzforschung Austria in langjähriger Arbeit entwickelt und durch entsprechende Prüfungen abgesichert. Zur Ergänzung von Wärmedämm-Kenndaten und Schalldämm-Nachweisen wurden neben diesen Ergebnissen auch Prüf- und Berechnungsergebnisse von anderen Prüfstellen wie der MA39 und dem TGM in den Datenbestand aufgenommen. Durch die enge KooperaÂtion mit der HFA wurden alle von der EN 14351-1 geforderten Nachweise und Dokumentationen erarbeitet und werden den Lizenznehmern digital zu Verfügung gestellt.
Beim F&T Modulsystem handelt es sich um ein offenes System, in das neue Marktentwicklungen durch Ergänzungsprüfungen aufgenommen und umgesetzt werden können.
Datenbereitstellung
Die vorhandenen Informationen und Nachweise werden in systematisierter Form auf der Internet-Plattform www.tischlerservice.net tagesaktuell zur Verfügung gestellt. Die notwendigen Zugangsdaten wie Benutzername und Passwort erhält der Lizenznehmer nach Absolvierung der Schulung. Durch diese Art des Datenzugangs ist gewährleistet, dass der Lizenznehmer nur Daten im Rahmen seines Berechtigungsumfangs (Grundmodul, bzw. verschiedene Hauptmodule) abfragen kann.
Nachweis für den In-Verkehr-Bringer
Als Ergebnis werden dem Lizenznehmer personalisierte Dokumente (z. B. Nachweis des Schalldämmmaßes Rw, Nachweis des Wärmedurchgangskoeffizienten Uw) mit Abfrageregistrierung und Datumsregistrierung zur Verfügung gestellt. Damit ist ein Nachweis über die rechtmäßige Nutzung des Systems gegenüber Baubehörden, Förderstellen und Architekten sichergestellt. www.tischlerservice.net

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