11.02.2009
Bombierte Gemütlichkeit für's traute Heim
Dabei vollzieht sich jetzt eine spannende Entwicklung, weil immer mehr an sich branchenfremde Marken mit ihren bekannten Designlabels nun auch auf den Möbelmarkt drängen. So findet man man nun das Logo des bekannten Geschenkartikelanbieters Leonardo nun auch auf glasglänzenden Regalen und Waschtischen für Badezimmer.
Esprit hat seine Wohnkollektion nun weiter ausgebaut. Und Joop versucht sich im Hochpreissegment für Schlafzimmer. Der neuen Entwicklung, das immer mehr Herren der Schöpfung mit großer Leidenschaft zum Kochlöffel greifen, hat sich Poggenpohl verschreiben und eine „Porsche Design Küche“ auf den Markt bebracht, die sowohl in modernster technischer Ausstattung als auch cooler Gestaltung für den Mitbewerb eine echte Herausforderung bedeutet. Die neuen Männer entdecken die ehemalige Frauendomäne „Haus und Heim“ für sich. 15 Prozent aller Männer haben inzwischen schon alleine Möbel gekauft, Tendenz steigend. Nach der Kosmetik- und Modeindustrie kann sich nun die Wohnbranche das Potenzial der „Zielgruppe Mann” erschließen. Männer mögen Technik immer - auch in Möbeln. Wenn Männer die Möbelwelt für sich entdecken, kommen kurz darauf immer mehr weibliche Formen auf den Markt. Viele Möbel, gerade Polstermöbel, sind nun organisch gestaltet. Weiche Oberflächenoptik, runde Elemente und wärmeres Design sind angesagt. Weiß bleibt auch im heurigen Möbeljahr bei den Heimtextilien die dominierende Farbe.
Bei den Bezugsstoffen mischen sich auch viele erdige Naturtöne dazu. Blau wird nach Jahren der Verbannung getestet, Aubergine behauptet seine Stellung und ist nicht zu übersehen. Auch Anthrazit und helleres Grau sind im Kommen. Gerade bei den Bezugsstoffen ist das Ornament von großer Bedeutung, obwohl modernste Drucktechniken Ornamente nun auch verstärkt auf Schrankfüllungen und sonstigen Wohnflächen auftauchen lassen, wo man sie früher nie erwartet hätte. Ob nun floral oder barock, wilde und opulente Muster stehen bei Heimtextilien hoch im Kurs. Anders als früher werden sie jedoch nicht komplett für die ganze Wohnlandschaft eingesetzt, sondern nur als Eyecatcher akzentuiert. Ob nun im kleinen Einzelmöbel, bei Kissen und Auflagen, als Vorhang oder Wandgestaltung. Mut zum bunten Muster ist angesagt. Bei allen Oberflächen ist die Haptik ein wichtiges Thema. Bezugsstoffe mit Struktur haben die besten Verkaufschancen. Beim Klassiker Leder sind vor allem glatte Qualitäten erwünscht. Bei Schrankmöbeln sind wieder mehr Lackoberflächen gern auch Hochglanzlacke im Angebot. Auch Holzoberflächen sind äußerst glatt und geschmeidig. Eine einladende und angenehme Haptik wird immer interessanter, wobei Materialehrlichkeit im Vordergrund steht. Bei den Hölzern bringt dunkler Nussbaum hochwertige Stimmung in den Raum. Bei Betten oder Schränken oftmals in Kombination mit Glas, Aluminium oder Edelstahl. Auch die dunkle Eiche bleibt weiter edel und elegant. Tropische Laubhölzer wie Teak, Zebrano oder Wengé gehören fest zum Profil des internationalen Möbelangebotes. Buche, Ahorn, Esche, Erle und Birke bleiben die vorherrschenden hellen Hölzer im Wohnmöbelbereich. Außerdem etablieren sich immer mehr Obsthölzer. Die Kirsche mit ihren zarten, rötlichen Mustern spielt dabei eine herausragende Rolle. Neben Apfel-, Birnen- und Pflaumen- sowie Olivenhölzern wird neu Walnussholz zu sehen sein. Die Verwendung heimischen Holzes nimmt zu und wird im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsdiskussion wichtiger. So wie Wohnräume verschmelzen, verschwimmen Möbelangebote in ihrer Funktion. „Küche - Essen – Wohnen“ wird zu einer Einheit, alle Möbel passen überall hin. In der Küche kann angrenzend ein Sofa stehen, im Essbereich eine Wohnwand hängen und die aktuellen Gartenmöbel sind fast zu schade für die kurze Sommerzeit. Möbelhersteller setzen daher auf Lösungen und nicht auf ursprüngliche Bestimmungen.
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