02.09.2008
Gedämpfte Erwartungen der Waldbesitzer für den Herbst
Es besteht aber die Hoffnung, dass spätestens im Frühjahr 2009 mit Beginn der Bausaison wieder eine Normalisierung des Holzflusses eintritt. Wir sehen einen kleinen Lichtschein am Ende des Tunnels, dieser Tunnel ist aber noch sehr, sehr lange", stellte Johann Resch, Vorsitzender des Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der Landwirtschaftskammer Österreich, anlässlich des Internationalen Holztages in Klagenfurt fest.
Durchgreifende Marktbelebung derzeit noch nicht absehbar
Tatsächlich ist derzeit die Nachfrage nach allen Rundholzsortimenten noch sehr verhalten, eine durchgreifende Marktbelebung noch nicht absehbar. Allgemein ist ausreichend Rundholz aus den Windwürfen, regionalen Gewitterstürmen und phytosanitären Nutzungen auf dem Markt. Im Sommer hat sich der Sägerundholzpreis auf niedrigem Niveau stabilisiert. Aufgrund der allgemein schlechten Rahmenbedingungen wird aber für den Herbst nicht mehr von einem Preisaufschwung wie in den vergangenen beiden Jahren ausgegangen.
"Bis zum Spätherbst werden die Holzmengen, die durch die Orkane 'Paula' und 'Emma' aber auch durch Sommergewitter angefallen sind, aufgearbeitet und abgefrachtet sein. Es gilt all jenen ein besonderer Dank, die zur Entlastung des Marktes Nasslager angelegt beziehungsweise eine rasche Bewilligung der Lagerplätze ermöglicht haben. Zusätzlich gebührt den Frächtern und der Rail Cargo Austria aufrichtiger Dank, weil sie ihre Transportleistung in der Steiermark und Kärnten enorm gesteigert haben. In den kommenden Monaten gilt es, ungeachtet der nicht sehr guten Marktlage, frisch vom Borkenkäfer befallenes Holz rasch aufzuarbeiten. Die Holzabnehmer sind aufgefordert, durch den umgehenden Holzabtransport die Bemühungen der Waldbesitzer zu unterstützen. Eine rasche Normalisierung des Holzflusses wieder herbeizuführen ist ein gemeinsames Anliegen", appellierte Resch an Forstwirtschaft und Holzindustrie gleichermaßen.
Auskömmlicher Holzpreis notwendig
"Die vergangenen beiden Jahre haben deutlich gezeigt, dass ein auskömmlicher Holzpreis zu den wichtigsten Motivationsfaktoren für eine verstärkte Holznutzung zählt. Unverständlich ist daher auch die 'Auf und Nieder-Preispolitik' der Papierindustrie, wenn gleichzeitig Zukunftsängste über eine ausreichende Holzversorgung bestehen. Preisreduktionen sind diesbezüglich die falschen Signale", forderte Resch mehr Kontinuität ein.
"Ohne Transparenz des Marktes ist ein Krisenmanagement nicht möglich. Beim nächsten Windwurf muss daher anhand aussagekräftiger Parameter ein rascher Überblick über die aktuelle Marktlage möglich sein. Dazu ist ein 'Marktradar' zu entwickeln, das im Kooperationsabkommen Forst Holz Papier anzusiedeln ist", verlangte Resch.
(Quelle: Landwirtschaftskammer Österreich)





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