01.09.2010
Im Einsatz für Tischler und Holzgewerbe
Kürzlich hat sich der neue Bundesinnungsausschuss Tischler und der Holzgestaltenden Gewerbe konstuiert. Die nächsten fünf Jahre der neuen Funktionsperiode bringen für die Bundesinnung eine Fülle von Aufgaben und neue Herausforderungen. Wir wollen den Berufskollegen die neuen Standesvertreter präsentieren und haben die wichtigsten Arbeitsschwerpunkte in einem Gespräch mit Bundesinnungsmeister Ing. Josef Breiter skizziert.
Tischler Journal: Die Bundesinnung wurde nun um die Verterter des holzverarbeitenden Gewerbes erweitert. Welche Auswirkungen hat diese Tatsache auf die künftige Arbeit der Interessenvertretung?
Bundesinnungsmeister Ing. Josef Breiter: Die ohnehin schon sehr große Gruppe der Tischler wurde nun um rund 580 Betriebe aus dem Bereich der Holzgestaltenden Gewerbe erweitert. Wir können nun gemeinsam österreichweit die Branchenprobleme, insbesondere im Bereich des Arbeitnehmerschutzes, behandeln. Durch diesen Schulterschluss ist weiters ein effizienteres Auftreten unserer Gruppe gegenüber Behörden und anderen Interessenvertretungen möglich. Es wird aber dennoch auch künftig möglich sein, dass sowohl die Tischler als auch die Holzgestaltenden Gewerbe ihre spezifischen Schwerpunkte definieren und bearbeiten.
Welche Themenschwerpunkte werden in der Arbeit der Bundesinnung künftig einen besonderen Schwerpunkt bilden? Wie will die Bundesinnung den Mitgliedern im Kampf gegen überbordende Bürokratie unter die Arme greifen?
Da in den nächsten Monaten zahlreiche Gesetze und Verordnungen im Bereich des Umweltschutzes und des Arbeitnehmerschutzes im Parlament bzw. im Ministerrat beschlossen werden sollen, ist in unseren Gremien eine intensive Auseinandersetzung zur Abwehr allfälliger Branchenbelastungen notwendig. Es geht darum, gesetzlich erforderliche Maßnahmen, z. B. durch EU-Vorgaben, in einer für unsere Mitglieder verträglichen und finanzierbaren Form umzusetzen. Insbesondere konnten wir vor Kurzem durch die Einbindung unserer technischen Experten erhebliche Verbesserungen beim Aktionsplan für nachhaltige öffentliche Beschaffung erzielen. Nicht jeder von einem Tischler hergestellte Schreibtisch muss nun nach den neuen Kriterien und Zertifizierungen von öffentlichen Ausschreibern angeschafft werden. Durch die Ausnahmeregelung von Einzel- und Maßanfertigung ist es insbesondere gelungen, die Geschäftschancen der Tischler in den Regionen und Gemeinden zu erhalten.
Die Zukunft des Tischlegewerbes steht und fällt mit geeignetem Nachwuchs. Was will die Bundesinnung gegen sinkende Lehrlingszahlen unternehmen? Auf welche Zielgruppen wird sich die Nachwuchswerbung künftig konzentrieren?
Die Anzahl der Lehrlinge ist uns nicht wichtig, sondern deren Qualität. Unser Augenmerk geht daher für die Branche nicht dahin, möglichst viele Jugendliche auszubilden, sondern jene ausbildungsfähigen Mädchen und Burschen zu finden, welche sich zum Tischlerberuf hingezogen fühlen. Demnach ist unsere Zielgruppe für den Berufsnachwuchs bei den Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 15 Jahren. Darüber hinaus begrüßen wir es, wenn sich auch ältere Jugendliche mit einer Vorbildung aus anderen Branchen sowie Schulabbrecher aus BHS und AHS für unsere Lehrberufe als Tischler und Tischlereitechniker interessieren.





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