01.09.2010
Kooperation mit Zukunft
Der Tischler verarbeitete viele Jahrhunderte handwerklich Holz zu Einzelmöbeln. Mit der sprunghaften Bevölkerungszunahme im 19. Jahrhundert steigerte sich der Bedarf an preiswerten Möbeln, welcher nur durch den Einsatz von Maschinen zu decken war. Neue Holzwerkstoffe förderten diese Entwicklung und führten zu einem umfangreichen Maschinenpark für Standardaufgaben. Mit der CNC-Bearbeitung können mittlerweile individuelle Teile in kürzester Zeit produziert werden, wobei leistungsfähige Zulieferbetriebe eine Alternative zur Neuanschaffung oder notwendigen Modernisierung bestehender Anlagen darstellen.
Die Idee von Standardmöbelteilen nach dem Baukastenprinzip ist altbekannt und wird von Möbelhandelsketten seit Jahren praktiziert. Die oftmals notwendige Individualisierung bezüglich Bauteilabmessungen, Innenleben und Gestaltung führte meist zu einer teuren Einzelanfertigung. Durch eine Kooperation mit Zulieferbetrieben entstehen wertvolle Möglichkeiten für eine schlanke Produktion, wobei beispielsweise Sonderwünsche wie Intarsien, Furnierabwicklungen oder Sonderlackierungen durch die eigene Werkstatt ergänzt werden können. Eine derartige Zusammenarbeit lebt von der Kundenzufriedenheit, welche durch die Zuverlässigkeit der Auftragsabwicklung und eine durchgehende Beratung, bereits ab Planung, geschaffen wird. Der Kunde hat damit Planungsfreiheit bei Abmessungen, Material, Konstruktion und Einbaudetails.
Ablauf
Für eine Angebotsanfrage können die notwendigen Daten in verschiedenster Form übermittelt werden. Neben der klassischen Papierskizze via E-Mail oder Fax sowie CAD-Fertigungszeichnungen wird auch oft Planungssoftware für eine rasche Abhandlung der Problemstellung zur Verfügung gestellt. Genauso besteht meist die Möglichkeit, direkt über einen webbasierten Zugang Teilekosten zu errechnen und zur Fertigung freizugeben. Alle Softwaresysteme und webbasierten Eingabehilfen der Anbieter sind verständlich und wenig komplex aufgebaut, womit sich in kürzester Zeit brauchbare Resultate erzielen lassen.
Ein wesentlicher Vorteil ist, dass nach Eingabe der notwendigen Daten ein Angebot mit allen Konditionen feststeht. Damit ist durch die vollständigen Angaben eine rasche Endkundenentscheidung möglich. Für Sonderteile wie Freiformteile, abseits vom hinterlegten Standard, sind die Skizzen/CAD-Zeichnungen zu übermitteln und es gilt, die Kalkulation abzuwarten. Für eine Bestellung und Auftragsübernahme für die Fertigung des Zulieferers werden die klassischen Alternativen wie Fax und Telefon durch webbasierte Warenkorblösungen und E-Mail-Übermittlung ergänzt.
Passend dazu werden von einigen Zulieferfirmen Erfolgsgeschichten von zumeist Kleinstbetrieben angeführt, welche durch die Kooperation Serienaufträge durchführen und sich auf die Kernaufgaben wie Kundenkontakt und Montage konzentrieren können. Bisherige Faktoren wie Verschnitt, Fertigungsrisiko und Kapitalbindung bleiben damit in der Kalkulation unberücksichtigt, da mit einem fixen Teilepreis gerechnet werden kann.
Fertigung
Die Produktion der Teile erfolgt durch CAD/CAM-Fertigung, damit kann neben der „Losgröße eins“ auch von einer hohen gleichbleibenden Fertigungsqualität und -tiefe mit großer Bandbreite ausgegangen werden. Durch die Verteilung der Fertigungskompetenz kann der Zulieferbetrieb mit Zusammenfassen von Aufträgen eine höhere Maschinenauslastung und einen effizienteren Rohmaterialeinsatz erreichen, die zu konkurrenzfähigen Preisen führen. Die modernen Anlagen der Zulieferbetriebe sind entsprechend ablauftechnisch organisiert, beziehungsweise erledigen diese oft die Formatierung und Bekantung in einem Arbeitsgang. Dies führt zu einer wesentlichen Überlegenheit gegenüber herkömmlichen Produktionsabläufen und entsprechender Maschineneffektivität.
Bearbeitungen wie Bohrungen erfolgen meist in einem Durchlauf in einer optisch ausrissfreien, sauberen Ausführung, wobei auch Sacklochbohrungen und Durchgangsbohrungen von beiden Seiten durchgeführt werden können. Damit ist die Fertigung von Bodenträgerhaltungen, Dübel/Beschlägebohrungen, Lochreihen, Nuten und Fräsungen nach individuellen Kundenvorgaben oder bewährten Rastersystemen möglich. Eine weitere Option ist das Dübeleintreiben durch Automaten, womit sich die Endmontagezeit wesentlich verkürzen lässt.
Durch die Bündelung der Aufträge steht neben den Span- und Dekorprogramm der einzelnen Plattenhersteller auch eine Reihe von weiteren Holzwerkstoffen sowie beispielsweise Waben- und Mineralwerkstoffplatten (Komposite) zur Verfügung. Damit wird auf Ressourcen zurückgegriffen, die es auch erlauben, eine maßgetreue Bauteilbearbeitung anzubieten – obwohl die möglicherweise dafür notwendigen Sonderwerkzeuge nicht im eigenen Betrieb vorhanden sind. Auch das Anfahren von unterschiedlichen Kantenmaterialien und deren Ausprägungen, wie beispielsweise Rundkanten, kann dabei elegant umgesetzt werden, ohne sich mit der Durchführbarkeit in der eigenen Werkstatt auseinanderzusetzen.
Oberfläche, Montage
Der Zusammenbau und die Oberflächenbehandlung von gefertigten Teilen sind bei einzelnen Anbietern genauso möglich, wobei verschiedene Varianten wie Spritz/Walzlackierung und geölte Ausführung angeboten werden. Einzelne Zulieferbetriebe bieten ein Komplettangebot inklusive aller benötigen Einbauteile von verschiedenen Beschlägeherstellern, wodurch sich die Beschaffungsorganisation wesentlich effektiver gestalten lässt. Hierzu werden für gängige Systeme wie Fronten, Aluglasrahmen, Schiebetüren und Laden in vorgefertigten Bestelllisten bereitgestellt, welche eine unkomplizierte Abwicklung für die jeweilige Aufgabenstellung ermöglichen. Die Verpackung der einzelnen Teile erfolgt kundenspezifisch, wobei Paletten-, Kartonverpackung oder auch spezielle Kommissionswagen für die Transportverpackung eingesetzt werden.
Fazit
Mit der Möglichkeit der Nutzung der verlängerten Werkbank entstehen viele Vorteile für eine effiziente Auftragsumsetzung. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, Bauteilkosten für Kommissionen oder auch zeitgemäße Sonderteile (Wabenplatten) gegenüberzustellen, ohne die Anschaffung der notwendigen Betriebsausstattung berücksichtigen zu müssen. Auch ist eine umfangreichere Kundenberatung mit einer wesentlich transparenteren Kostenrechnung möglich.




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