06.08.2010
Erster österreichischer Tischlerkongress 2010
Die Premiere des ersten österreichisdchen Tischlerkongresses, veranstaltet vom Tischler Journal und RedEd mit freundlicher Unterstützung der Bundesinnung der Tischler, brachte wirklich Bewegung in die Branche und wurde vom der Fachwelt als positiver Paukenschlag registriert.
Vor allem der interessante Mix an Vortragsthemen wie neue Anwendungen und Innovationen beim Werkstoff Holz, Informationen über relevante neue Auflagen und Normen, für Tischlerbetriebe sowie betriebwirtschaftliche Fragestellungen wie der richtigen Kalkulation, Tricks und Tipps für ein erfolgreiches Verkaufsgespräch, aber auch der Blick ins nächste Jahrzehnt eines bekannten, internationalen Zukunftsforschers zählten zu den zahlreichen Highlights. Aber auch eine mit Top-Anbietern aus der Zulieferbranche beschickte Fachausstellung mit interessanten Infos aus erster Hand trug maßgeblich zum großen Erfolg der Veranstaltung bei.
Beim abendlichen Empfang in der direkt am Traunsee gelegenen Villa Toscana gab es ausgiebig Gelegenheit zum Fachsimpeln und für informellen Gedankenaustausch.
Aber wer ist besser berufen über eine Vernstaltung zu berichten, als die Besucher selbst? Deswegen hat das Tischler Journal mit Niederösterreichs Innungsmeister Gottfried Wieland sowie mit Wiens Innungsmeister Johann Burgstaller ein kurzes Gespräch geführt:
Tischler Journal: Welche Eindrücke konnten Sie vom 1. österreichischen Tischlerkongress mitnehmen?
NÖ-LIM Komm.-Rat Gottfried Wieland: Die Veranstaltung hat meine Vorstellungen bei Weitem übertroffen.
Wiens LIM Johann Burgstaller: Anfangs war ich etwas skeptisch da es keinerlei Vergleichsveranstaltungen bis dato gab und der Begriff Tischlerkongress eine große Bandbreite von Gestaltungsmöglichkeiten zulässt. Aufgrund der lockeren Atmosphäre im Allgemeinen und den ausgezeichnet aufbereiteten Vorträgen war rasch klar, dass dieser Kongress zum Erfolg wird.
Hat Ihnen die Zusammenstellung der Themen gefallen?
Wieland: Die Zusammenstellung der Themen war sehr gut, jedoch hätte die Anzahl etwas geringer sein können. Dann hätten wir
a) mehr diskutieren und fragen können und b) die Pausen länger gestalten und dadurch die vielen Aussteller länger besuchen sowie Informationen einholen können.
Burgstaller: Ja, außerordentlich! Die Themen waren sehr gut ausgewählt, die Themenlandschaft sehr breit gestreut und von den Akteuren professionell vorgetragen. Im Mix mit den Trends von morgen bis hin zu den alten Handwerkstechniken sowie von den unterschiedlichsten Zukunftsszenarien mit interessanten Hintergrunddetails war jeder Themenbereich bestens platziert. Hier einen Favorit hervorzuheben wäre lediglich eine subjektive Meinung.
Hat Sie die Fachausstellung angesprochen?
Wieland: Die Fachausstellungen waren äußerst interessant.
Burgstaller: Auch in diesem Bereich waren Profis an den Ständen, die ihre Produkte auch entsprechend übermitteln konnten. Ich würde sagen: klein, aber fein – und mit entsprechendem Flair. Ich denke, es müssen nicht immer große Stände aufgebaut werden, es genügt meist die Präsenz von entsprechenden Fachleuten. Möglicherweise ist die Kommunikation mit den Ausstellern aufgrund des dicht gedrängten Programms etwas zu kurz gekommen.
Fallen Ihnen spontan Anregungen ein?
Wieland: Pausen- und Zwischengetränke müssen kostenfrei sein, wie es bei einem Workshop üblich ist. Es wäre noch idealer, wenn alle Nächtigungen der Teilnehmer in einem Haus stattfinden könnten.
Burgstaller: Vielleicht wäre ein Vortag weniger noch effizienter, um zum einen das Vorgetragene unmittelbar danach mit Kollegen kurz anzureißen, zum anderen auch um etwas mehr Freiraum für die Aussteller zu gewinnen. Ansonst möchte ich den Veranstalter und all den Verantwortlichen sowie den Vortragenden und Ausstellern nur gratulieren und hoffe, dass dieser Kongress zu einem jährlichem Fixpunkt im Tischlerhandwerk wird. Ein möglicher Themenvorschlag für den nächsten Kongress wäre, den Bereich des Konfliktmanagements etwas näher zu beleuchten. Kurzer Tipp zum Organisatorischen: Mit einer entsprechenden Pauschale sollten zumindest das Essen und der Kaffee abgedeckt sein, alles andere wirkt etwas kleinlich. Vielleicht sollte auch bei der Quartierwahl auf mehr Gemeinsamkeit geachtet werden.
Was können Sie den Berufskollegen vom 1. österreichischen Tischlerkongress berichten?
Wieland: Trotz der hochkarätigen Besetzung der Vortragenden war die Teilnehmerzahl viel zu gering. Die Veranstaltung hätte sich mindestens 400 bis 500 Kollegen aus Österreich verdient. Geht es den österreichischen Tischlern vielleicht zu gut, dass sie sich nicht weiterbilden? Oder nehmen sie sich keine Zeit für neue Ideen, Produkte oder Kooperationen?
Burgstaller: Natürlich gib es Berichtenswertes: von all den hoch interessanten und wirklich guten Vorträgen sowie von vielen Gesprächen neben dem Vortragsprogramm. Von der Möglichkeit, bekannte und neue Themengebiete aufs Unterschiedlichste zu beleuchten, zu diskutieren und zu interpretieren. Nicht zu vergessen die wichtige Kommunikationsplattform samt Meinungsaustausch mit den Kollegen aus den Bundesländern erachte ich als äußerst wertvolle Erkenntnis. Kürzlich geführten Gesprächen mit einigen Kongressteilnehmern konnte ich bereits entnehmen, dass die eine oder andere Anregung vom Kongress bereits aufgegriffen oder auch schon umgesetzt wurde.





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