01.06.2010
Zukunftsthemen im Focus
Die Grazer Frühjahrsmesse gab den pulsierenden Rahmen für die Landesinnungstagung 2010 der Tischler und der Holz gestaltenden Gewerbe der Steiermark, die mit der Tagung auf dem Messegelände an alte Traditionen anschloss.
Landesinnungsmeister KommR Walter Schadler kündigte weitere Kooperationen mit der Grazer Messe an. Ein äußeres Zeichen dieser guten Zusammenarbeit war die Anwesenheit des Vorstandes der Grazer Messe Armin Egger. Als offizieller Vertreter der Landeshauptstadt war Gemeinderat Hans Koroschetz, selbst gelernter Tischler, gekommen. Die Wirtschaftskammer Steiermark vertrat der stellvertretende Spartenobmann des Gewerbes, der Brunnenbauer KommR Johann Zötsch. Unter den Gästen war auch Alt-Landesinnungsmeister Hermann Stiendel zu sehen. Als Vertreter der Berufsausbildner konnte Walter Schadler Mag. Franz Klary und Alois Buchinger von der Ortweinschule und Johann Bauer von der Berufsschule in Fürstenfeld sowie Berufsschulinspektor Franz Schliefsteiner begrüßen.
Nach den Grußworten von Spartenvertreter Zötsch und Messevorstand Egger überbrachte Gemeinderat Hans Koroschetz die Grüße der Stadt Graz. Er erinnerte daran, dass die steirische Landeshauptstadt sich als „City of Design“ etablieren wolle, und unterstrich, dass die Tischler zu den Designern gehören.
Landesinnungsmeister Walter Schadler dankte für seine Wiederwahl und gab die nun vollzogene Vereinigung der Tischlerinnung mit den Innungen der Holz verarbeitenden Gewerbe bekannt. Sie hat der Tischlerinnung 34 neue Mitglieder gebracht, sodass die Innung nun rund 1350 Mitglieder hat.
Im Zentrum der Arbeit des neu gewählten Innungsausschusses werde die Vertretung der Branche auf hohem Niveau stehen. Besonderes Augenmerk legte Schadler auf die Lehrlingsausbildung. Er erwähnte die nun erfolgreich laufende überbetriebliche Ausbildung der Tischlereitechniker, das Modell der Berufsmatura und die Lehrlingsoffensive. Eine klare Absage erteilte er der Forderung von Gewerkschaftern, die Lehrlingsförderung zwischen Lehrherr und Lehrling zu teilen.Schließlich ehrte der Landesinnungsmeister Franz Knittelfelder aus Gleisdorf für seine Verdienste um die Organisation des Auftrittes der Tischler auf der Grazer Messe.
Lehrlinge bedeuten Zukunft
Optimistisch zeigte sich Landeslehrlingswart Anton Ulrich. Ohne Lehrlinge, so unterstrich er, habe das Handwerk keine Zukunft. Dabei mache ihn auch nicht bange, wenn manchmal der eine oder andere Lehrling zunächst nicht besonders qualifiziert erscheine. „Man kann aus fehlerhaftem Holz auch schöne Möbel machen“, äußerte Ulrich, „und aus einem weniger guten Lehrling einen ordentlichen Handwerker.“ Ulrich kündigte eine noch engere Zusammenarbeit mit den Schulen an und appellierte an die Unternehmer, die Lehrlinge zum Landeslehrlingswettbewerb zu entsenden, diesen zu besuchen und ihren Lehrlingen durch ihre Anwesenheit moralische Unterstützung zu geben. Eine Lanze brach Ulrich auch für das „start up“-Projekt, das es Jugendlichen ermöglicht, sich in einem Betrieb besser zurechtzufinden. Befriedigt zeigte sich Ulrich, dass bereits vier Anmeldungen steirischer Teilnehmer an der Ausscheidung für die Berufsolympiade 2011 in London vorliegen.
Landesinnungsmeister-Stellvertreter Harald Almer ging auf den Internetauftritt der Branche ein. Die Homepage der steirischen Tischler soll sich verstärkt zu einem Forum für die Jugend entwickeln. Die Homepage der Bundesinnung soll im kommenden Jahr überarbeitet werden, berichtete Almer. Vermehrt will sich der neue Landesinnungsmeister-Stellvertreter der Unterstützung für Ausstellergruppen auf Messen und Ausstellungen annehmen. Almer ging auch auf die neue Linie der Tischlerwerbung „Gesundes Wohnen“ ein und berichtete über die zusammen mit dem Holzcluster durchgeführte Aktion „fit – Fortschritt im Tischlerhandwerk“, in deren Rahmen es Beratungsschecks für Vorträge und Schulungen gibt, die die steirischen Tischlereibetriebe zukunftstauglicher machen sollen.
Nach dem Bericht zum Rechnungsabschluss durch Innungsgeschäftsführer Michael Klamminger und der Abwicklung der Tagesordnung standen noch zwei bemerkenswerte Vorträge auf dem Programm. Bezirksinspektor Josef Gether vom Stadtpolizeikommando Graz sprach über Einbruchprävention. Er berichtete von einer Exkursion der Grazer Kriminalpolizei zu einem niederösterreichischen Tischlereibetrieb, bei dem sich die Kriminalisten über eine neue einbruchhemmende Türe informieren konnten. Mit einbruchhemmenden Türen und Fenstern können die Tischler zur Sicherheit ihrer Kunden beitragen. Denn immer noch sei die mechanische Absicherung eines Gebäudes die Basis für eine erfolgreiche Einbruchprävention.
Schließlich gab Gether noch Ratschläge für die Einbruchprävention im Betrieb. Den Abschluss bildete ein Vortrag von Dr. Karin Riedmüller über Farb- und Typberatung. Sie gab Ratschläge zum Einsatz von Farben in der Raumgestaltung. Aschließend stand sie den Teilnehmern für persönliche Farbberatungen zur Verfügung, während sich die übrigen Teilnehmer zwischen den Ständen der Fachaussteller an einem üppigen Buffet laben konnten.




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