06.04.2010
Meister Sturschädel & Meister Pfiffig
Was soll die ganze Hysterie mit dem Energieausweis? Alles Schall und Rauch, Geschäftemacherei und Betrug!
Schuster, bleib bei deinem Leisten, oder Tischler, bleib beim Holz.
Da glauben wieder einige, unter dem Energiedeckmantel das große Geschäft zu machen. Jeder weiß, dass die Sanierung des Gebäudes mit dem Tischler überhaupt nichts zu tun hat.
Soll ich vielleicht hinter meinen qualitativ hochwertigen Möbeln noch Isolierungsebenen einbauen oder vielleicht Baufugen sanieren? Fenster und Außentüren gehören schlichtweg erneuert und nicht saniert. Diese Maßnahmen sind alle nur „Augenauswischereien“ und kosten Unsummen von Geld, sofern überhaupt jemand bereit ist, für solche „Spinnereien“ Geld auszugeben, nur um wieder einmal eine EU-Richtlinie umzusetzen.
Meister Pfiffig:
Ist es nicht überlegenswert, die energetische Qualität eines Wohnraumes zu verbessern? Bringen Sanierungsmaßnahmen nicht auch ein besseres Wohngefühl?
Wer, wenn nicht der Tischler, hat gerade im Altbaubestand unzählige Möglichkeiten, mit der Verbesserung der Wohnqualität den Energieaufwand zu senken? Natürlich wird die Sanierung einer älteren Wohnung ohne Generalsanierung des Gebäudes nicht auskommen, aber Hand in Hand damit können doch sehr viele Überlegungen gerade des Tischlers einhergehen. Qualitätsverbesserungen im Fensterbereich: Diverse Dichtungseinbauten dämmen den Wärmeverlust, in diesem Zusammenhang können auch zusätzlich Einbruchsicherungen montiert werden. Auch durch den Tausch alter Gläser kann eine Verbesserung des U-Wertes erreicht werden.
Weiters muss auch der Anschluss von Fenstern, Türen, Rollokästen und der dazugehörige Sturz auf bauphysikalische Schwachstellen und auf Energieverlust überprüft werden. Zusätzlich angebrachte Dämmmaterialien bringen oft neben der energetischen Verbesserung auch eine optische Aufwertung. Der Kreativität der Gestaltungsmöglichkeiten sind dabei doch kaum Grenzen gesetzt. Natürlich darf dabei der finanzielle Amortisationsgedanke nicht ganz außer Acht geraten.
Wenn schon der Mehrzahl der Länder in Österreich sehr viel Geld in die Hand nimmt, um solche Verbesserungen im Wärmeschutz für diverse Wohnungsbesitzer finanzierbar zu machen, wird es wohl wieder einmal an uns selber liegen, davon auch einen Teil für uns abzuzweigen! Ich bin sehr wohl davon überzeugt, dass wir um die Sanierungsmaßnahmen im Innenbereich bestens Bescheid wissen, dass auch wir in der Lage sind, U-Wert-Verbesserungen zu erreichen, und diese auch zu beweisen.
Gute Zusammenarbeit mit diversen Bauprofis, Ideenvielfalt und Unternehmensgeist fördern vielfach solche Unterfangen.
Der Energieausweis ist eigentlich der Typenschein des Hauses oder der Wohnung. Er enthält viele, auch interessante Kennwerte des Hauses und muss, wie es so schön heißt, von einer qualifizierten Person ausgestellt werden. Dürfen wir Tischler nicht auch Anteil haben bei der Erstellung von Energieausweisen, bei der Verbesserung des Klimahaushalts und bei der Einsparung des Heizwärmebedarfs? Für die Hebung der Wohnqualität, behaupte ich, sind wir nicht nur geeignet, sondern einfach verantwortlich.
(Redaktion: Michael Fischler, Tischlerjournal)




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