Türblatt als Kern
Das Türblatt bildet den Kern der Einheit, welche die darauf aufgebrachten Kräfte über die Beschläge ableitet. Besonders bei Füllungstüren ist die Größe und Befestigung der einzelnen Unterteilungen wichtig. Dabei sollen bei Demontage der gesamten Füllung keine durchstiegsfähigen Öffnungen (zirka 300 x 400 Millimeter) entstehen, wobei auch bei kleineren Abmessungen sich das Problem des Durchgreifens stellt. Die Füllungen sind meistens dünner als das Türblatt und werden durch eine Einlage von Metallblechen gesichert. Bei Einsatz von Glas werden geprüfte Typen nach EN 356 verwendet, wobei die Verwendung von zumindest Verbund-Sicherheits-Isolierglas (VSG) nahe gelegt wird.
Für Volltürblätter finden Aluminiumeinlagen in den Deckplatten Verwendung, die den Durchbruch erschweren sowie das Stehvermögen erhöhen. Ab der WK3-Kategorie werden auch Metallstäbe eingesetzt, wobei bereits als WK2 alle Teile miteinander und stirnseitig verklebt werden.
Um den Werkzeugansatz entsprechend zu erschweren, ist auf den genauen Einhalt der Falzluft (kleiner drei Millimeter) und der Bodenfuge (kleiner fünf Millimeter) zu achten. Mit der WK3 sollte jedoch eine Falzluftbegrenzung eingesetzt werden.
Mit dem Vorteil der Austauschbarkeit von geprüften Türblättern kommen nach ÖNorm B5330 genormte und hinterfütterte Normstahlzargen bis zur WK3 zum Einsatz. Für höhere Anforderungen werden Sonderstahlzargen mit höherer Blechstärke eingesetzt, wobei die Austauschbarkeit (mögliche Änderung der Falzgeometrie) nicht immer gegeben ist. Zargen aus Holzwerkstoffen (vorwiegend bis WK2) leiten die über die Beschläge übertragenen Kräfte direkt in das Mauerwerk ab. Die Verwendung von PUR- Schäumen ist lediglich bis WK1 zulässig, wobei eine mechanische Verankerung empfohlen wird. Pfosten- und Futterstock in massiver Fichte finden vor allem bei Haustüren und Nebeneingangstüren Verwendung und sind bis WK3 geeignet. Auch hier gilt, dass ein einfaches Einmauern ohne Sicherung nicht ausreicht und eine entsprechende mechanische Verankerung gefordert ist. Eingesetzt werden auch Sanierungszargen aus Aluminium, Stahl und Holz. Damit ist mit geringem Aufwand eine Aufrüstung mit geprüften Produkten möglich. Wichtig dabei ist, dass bei der Montage durch das bestehende Zargensystem in das Mauerwerk verankert wird.
Die Auswahl der Beschläge hängt hauptsächlich von der Konstruktion und der gewünschten Widerstandsklasse ab. Prinzipiell müssen alle Varianten typengeprüft sein. Einschraubbänder sollten dreiteilig und mit möglichst langen Bolzen ausgestattet sein, um ein Ausreißen zu verhindern. Die Bandsicherungen sollten mit Schrägverschraubungen eingesetzt werden. Eine Verwendung von Sicherungsschienen über die gesamte Längskante ist für höhere Widerstandsklassen zu empfehlen.
Mit einem exakten Sitz des Schlosses in der Tasche sowie durch die Verwendung von möglichst breiten Sicherheitsbeschlägen und Drei- oder Fünffachverschraubungen wird für Stabilität gesorgt.
Die Montage sollte durch geschultes Fachpersonal durchgeführt werden. Der Einbau in Gipskartonständer- oder Leichtbauwände gilt als problematisches Unterfangen, wobei vor allem auf die druckfeste Hinterfütterung an den Verankerungspunkten zu achten ist.
Förderungen
Sicherheitstüren (mindest WK 3) werden von der Stadt Wien (MA 50) für den nachträglichen Einbau unabhängig vom Zeitpunkt der Baubewilligung und Größe der Wohnnutzfläche gefördert. Auch mit Förderungsprogrammen „Sicherheit für Kleinbetriebe“ und „Sicheres Wohnen“ werden in Niederösterreich sicherheitstechnische Investitionen durch die Landesregierung gefördert. Dabei wird ein einmaliger nicht rückzahlbarer Zuschuss bis zu 30 Prozent des Investments (maximal bis zu 2000 Euro) für mechanische Sicherheitsvorrichtungen gewährt. Die Laufzeit dieses Programms ist jedoch befristet mit Ende 2010. Ein ähnliches Förderungsprogramm wird derzeit auch von der steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) angeboten.
Eine Liste der geprüften Produkte mit Kontaktdaten der Hersteller ist unter www.on-norm.at (Zertifizierung – Zertifikatsdatenbank) hinterlegt.






Drucken
Empfehlen
Kommentieren
Share
Kommentar schreiben





