06.04.2010
Wertvolle Kontakte
Die Katerstimmung und der Konsumpessimismus aus der ersten Jahreshälfte 2009, als sich 59 Prozent der befragten zur wirtschaftlichen Lage pessimistisch äußerten und nur 27 Prozent mit einer gleichbleibenden Entwicklung rechneten, scheint nun wie verflogen. Derzeit erwarten 19 Prozent eine positive Entwicklung, 28 Prozent eine negative und 45 Prozent ein Gleichbleiben. Die Meinungsforscher haben den Vergleich und meinen, das seien Werte, die mit jenen der Jahre 2000 und 2006 korrelierten, mit Perioden, in denen das Bruttoinlandsprodukt um 3,7 und 3,4 Prozent gestiegen sei. Spectra schließt daraus, dass der derzeitige Wirtschaftsoptimismus der Österreicher 2010 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,2 Prozent zulassen könnte.
Die Stimmungslage ist also nicht so schlecht wie angenommen und ließe sich durchaus in Aufträge für unser Handwerk ummünzen. Hört man sich unter den Berufskollegen um, sprechen viele abgesehen vom darniederliegenden Objektgeschäft von einer guten Auslastung bei Privatkunden, andere wiederum beklagen einen schlechten Geschäftsgang. Woran das liegen kann? Die geografische Nähe oder Ferne zu den Ballungsräumen unseres Landes kann es wohl nicht sein, denn sowohl Waldviertler Tischler, Südburgenländer, Steirer, Kärntner und Oberösterreicher fahren bis nach Wien, Tiroler, Salzburger und Oberösterreicher bis in den Großraum München, um ihre Leistungen einem mehr oder minder betuchten Publikum anzubieten. Auch bei Sanierung und Revitalisierung gibt es jede Menge zu tun. Zu viele Meister dürften sich noch immer als Einzelkämpfer sehen und zu wenig Kontakt zu anderen Berufskollegen der Region haben. Abhilfe kann dabei der beispielsweise in Wien allmonatlich stattfindende Tischlerstammtisch leisten, der sehr gut angenommen wird und schon zahlreiche Betriebe zu gemeinsamen Projekten zusammengeführt hat. In so gut wie allen Bundesländern finden regelmäßig Bezirksstammtische statt. Auch Forum Handwerk und nicht zuletzt der am 17. und 18. Juni in Gmunden angesetzte 1. Tischlerkongress bieten eine gute Gelegenheit zur Kontaktpflege. Nur sollte man sich halt die Zeit nehmen, auch tatsächlich hinzugehen, meint
Harald Siebenbürger




Drucken
Empfehlen
Kommentieren
Share
Kommentar schreiben





