16.03.2010
Tischler? Ja!
Tischler Journal: Präsentiert sich die Tischlerinnung Salzburg neben der Salzburger Bauen & Wohnen auch bei anderen Gelegenheiten in dieser ja doch sehr aufwendigen Form dem Endkunden?
Adolf Stadler: Die Bauen & Wohnen ist die einzige Messe, an der wir uns in dieser Art mit einem eigenen Stand beteiligen. Wir möchten dem Tischlerhandwerk mehr Bekanntheit verschaffen und gegenüber den großen Möbelanbietern ein kräftiges Zeichen setzen. Wir zeigen daher an unserem Stand auch diverse Exponate, einerseits in Form von Möbelstücken, andererseits mit großformatigen exemplarischen Fototafeln ausgeführter Einrichtungen und mit weiteren Objektpräsentationen via Flatscreen, sodass der Besucher einen weitestmöglichen Überblick über die vom Tischler angebotene Leistungsvielfalt erhält. Wir bieten auch Beratung, und viele erfahren dann oft auch erstmals, wie umfassend die Tätigkeitsfelder des Tischlers eigentlich sind und wie individuell der Tischler – und nur der Tischler – letztlich auch auf die unterschiedlichsten Kundenwünsche einzugehen vermag.
Welche Reaktionen gibt es zum Innungsstand?
Im Allgemeinen ist das Tischlergewerbe angesichts der doch noch immer angespannten wirtschaftlichen Lage eher gut ausgelastet. Und es ist schwer, aus einer Messebeteiligung ganz konkrete Schlüsse zu ziehen. Unser Ziel als Innung liegt natürlich nicht im Verkauf, sondern darin, die umfangreiche Leistungspalette zu zeigen und damit auch mit noch vielen vorherrschenden Vorurteilen aufzuräumen.
Beraten Sie dann interessierte Kunden, die hier sehen, was alles möglich ist und auch gerne ein vergleichbares Möbelstück ihr Eigen nennen möchten?
Wir haben Listen der Tischler im Raum Salzburg aufliegen und können dann natürlich den dem Wohnort des Interessenten nächstgelegenen Tischlereibetrieb empfehlen. Diese Empfehlung beschränkt sich aber nur auf geografische und praktische Aspekte, denn als Innungsmeister bin ich für mehr als 600 Tischler verantwortlich, von denen wir als Innung selbstverständlich jeden Einzelnen in gleichem Maß vertreten und daher auch über niemanden Einzelempfehlungen abgeben.
Wer trifft die Auswahl der hier vorgestellten Arbeiten?
Die habe ich zusammengestellt. Jedes Jahr wechseln die ausgestellten Objekte natürlich. Heuer haben wir als Blickfang Schaufensterpuppen in Echtholzfurnierkleider gehüllt.
Ist das Konzept aufgegangen?
Ja, durchaus. Das Interesse an unserem Stand und den vorgestellten Produkten war groß. Neben Interessenten oder potenziellen Kunden kommen auch viele Kollegen an unseren Stand. Das ermöglicht somit den Tischlern selbst, miteinander in Kontakt zu treten und sich über das Neueste zu informieren.
Der Innungsstand ist also fixer Branchentreffpunkt?
Ja, und kräftiges Lebenszeichen der Tischler. Wir möchten die Individualität gegenüber den Möbelhäusern kommunizieren, und genau in der Leistungsvielfalt in Sonder- und Einzelanfertigungen liegt ja die Stärke der Tischler. Oft wird noch immer mit Verwunderung erkannt, dass Tischler etwa auch Küchen bauen.
Wie sehen Sie die Zukunft?
Generell sind die Tischler sehr gut ausgelastet.
Wie kann man das erklären?
In Salzburg gibt es sehr viele kleine Betriebe, die hauptsächlich für Privatkunden tätig sind. Ich denke, dass viele momentan lieber in ihre eigenen vier Wände investieren, als ihr Geld in einer eher unsicheren Zeit auf die Bank zu legen. Wenn es auch weiterhin so bleibt, dann können wir wirklich zufrieden sein.




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